| Häufig gestellte Fragen |  | |
Tierheim? Tierschutzverein? Wie hängt das zusammen?
Ohne Tierschutzverein kein Tierheim. Der Tierschutzverein München e. V. ist der Träger des Tierheims in der Riemer Straße 270 und des dazugehörigen Gnadenhofes in Kirchasch bei Erding. Mit einer Mitgliedschaft im Tierschutzverein wird automatisch das Münchner Tierheim mit unterstützt.
Wie finanziert sich das Tierheim?
Das Münchner Tierheim wird ausschließlich durch Spenden tierlieber Menschen finanziert. Spenden bekommen wir in Form von Mitgliedsbeiträgen (Mitglied werden), Sach-, Geldspenden und Erbschaften.
Was kostet der Unterhalt des Tierheims?
Das liebe Geld. Das Tierheim München braucht pro Jahr ca. 4 Millionen Euro um weiter zu machen. Pro Jahr werden alleine mehr als 50 Tonnen Tierfutter benötigt.
Warum kommen Tiere in das Tierheim?
Die Gründe sind so vielfältig wie unsere Tiere: Umzug, eine plötzlich auftretende Allergie, neuer Beruf, keine Lust oder keine Zeit mehr, Tierbesitzer werden mit dem Tier nicht mehr fertig oder haben kein Geld mehr. Tiere werden ausgesetzt und von der Polizei oder Passanten in das Tierheim gebracht. Manchmal auch von Behörden, wenn z. B. der Besitzer eine Haftstrafe verbüßt oder einen Unfall hatte und im Krankenhaus ist. Manche unserer Tiere wurden aus einer schlechten Haltung beschlagnahmt oder vom Zoll sichergestellt.
Welche Tierarten werden im Tierheim aufgenommen?
Grundsätzlich nehmen wir jede Tierart auf. Gegebenenfalls wird das Tier dann zu einer besser geeigneten Einrichtung gebracht. So kommen z. B. Giftschlangen in die Auffangstation für Reptilien in München. Bei manchen Tierarten stoßen wir natürlich an unsere Grenzen und können höchstens als Zwischenstation dienen, bis für das Tier eine geeignete Unterbringung gefunden wurde.
Was war das exotischste Tier im Tierheim?
Das exotischste Tier gibt es nicht. Anbei ein kleiner Auszug aus unserer „Gästeliste“: Affen, Auerochse, Bären, Echsen, Fauchschaben, Löwenbaby, Murmeltier, Pumas, Schlangen, Sibirische Tiger, Skunk, Skolopender, Sugarglider, Strauß, Tiger, Vogelspinnen, Wolf, Zebus.
Wie viele Tiere sind im Tierheim?
Wenn wir alle Tiere zusammen zählen, dann leben durchschnittlich zwischen 650 und 750 Tiere im Tierheim. Bei dieser Zahl sind wirklich alle Tiere eingerechnet, also auch die Tiere, die sich in den nicht öffentlich zugänglichen Bereichen befinden wie auf den Kranken- und Quarantänestationen. Pro Jahr werden im Tierheim mehr als 7000 Tiere betreut. Im Jahr 2004 gab es mit 7700 Tieren einen kleinen Rekord.
Was passiert mit den Tieren im Tierheim?
Herrenlose Tiere bleiben zwei Wochen in Quarantäne. Erst danach dürfen sie vermittelt werden. Abgegebene Tiere dürfen natürlich gleich weiter vermittelt werden, vorausgesetzt, sie sind gesund. Jedes Tier wird medizinisch betreut, bekommt die notwendigen Impfungen, Wurmkuren, einen Mikrochip, Katzen werden tätowiert und kastriert. Wildtiere werden für ein Leben in freier Natur fit gemacht, denn dahin sollen sie auch wieder zurück.
Was passiert, wenn im Tierheim kein Platz mehr ist?
Wegen überfüllung werden keine Tiere abgelehnt. Die Alternative ist dann nämlich das am Straßenrand angebundene oder im Wald ausgesetzte Tier. Platz ist in der kleinsten Hütte und notfalls muss man sehr flexibel sein, auch wenn der eine oder andere Hund dann mal in einem Büro sitzt. Was wir in Zeiten einer überbelegung versuchen, ist mit den Tierbesitzern zu reden, ob die Abgabe nicht doch noch 1 oder 2 Wochen warten kann.
Wie lange bleibt ein Tier im Tierheim?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. In der Regel finden 90 % unserer Tiere innerhalb von 4 Wochen ein neues Zuhause. Bei jungen, drolligen Tieren dauert es oft nur ein paar Tage, bei alten, kranken oder verhaltensauffälligen Tieren kann es auch ein Jahr und länger dauern.
Was passiert wenn ein Tier nicht vermittelt werden kann?
Dann bleibt es im Tierheim. Wir haben Hunde, die seit Jahren bei uns leben und sehr häufig durch Tierpaten (Patenschaften) unterstützt werden.
Werden im Tierheim Tiere eingeschläfert?
Nein! Außer das Tier ist so schwer krank, dass es von seinem Leiden erlöst werden muss.
Sind Tierheimtiere gestört?
Nein. Definitiv nicht. Unser Tierheim ist kein trauriger Platz, an dem die Tiere leiden. Für viele unserer Tiere ist das Tierheim das erste, richtige Zuhause mit liebevoller Pflege und regelmäßigem Futter. Sie werden von Pflegern und Tierärzten betreut und erhalten, falls notwendig, auch tierpsychologische Hilfe. Gassigeher sorgen dafür, dass unsere Hunde nahezu täglich zu einem Spaziergang kommen und Katzenfreunde verteilen Streicheleinheiten.
Was muss ich tun um ein Tierheimtier zu bekommen?
Uns zu unseren öffnungszeiten (Mittwoch bis Sonntag, 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr, nicht an Feiertagen) besuchen. Ist das Wunschtier dabei, eine Selbstauskunft ausfüllen und einen Abgabevertrag mit uns abschließen. Bestandteile des Vertrages ist z. B. auch das Einverständnis, dass wir den neuen Platz kontrollieren dürfen, oder dafür zu sorgen, dass junge Katzen, die für eine Kastration im Tierheim noch zu jung waren, kastriert werden. (Checkliste für angehende Hundebesitzer)
Kostet es etwas ein Tier aus dem Tierheim zu holen und wenn ja, warum?
Ja, die so genannte Abgabegebühr. Alle unsere Tiere sind von den Tierärzten untersucht, geimpft und entwurmt. Katzen und Hunde bekommen einen Mikrochip, Katzen werden zusätzlich noch tätowiert und kastriert. All das kostet Geld und der von uns erhobene Betrag liegt weit unter den Unkosten. Generell dürfen zukünftige Tierbesitzer nicht vergessen, dass Tiere Geld kosten. Sei es in Form von Tierarztkosten, oder Hundesteuer und Haftpflichtversicherung.
Kein Tier aus dem Tierheim bekommen?
„Warum seid Ihr bei der Abgabe so pingelig“ oder: „Ihr müsst doch froh sein, wenn Ihr ein Tier weniger habt“. Diese Kommentare erreichen uns oft von Besuchern, die leider erfolglos im Tierheim waren. Pingelig sind wir, weil wir tausendfach pro Jahr mit unüberlegt angeschafften Tieren konfrontiert werden. Wir wollen das Beste für das Tier und auch den Menschen vor Enttäuschungen bewahren. Den Husky für das 30 Quadratmeter-Appartement oder die Freigänger-Katze für die Stadtwohnung gibt es nicht. Das wäre für beide Seiten kein erfreuliches Zusammenleben. Der Tierbestand im Tierheim wechselt fast täglich. Nicht enttäuscht sein, sondern öfter mal vorbei kommen.
Kann ich mit Tierheimhunden spazieren gehen?
Ja. Täglich, auch am Wochenende, von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr, montags und dienstags auch von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr. (Gassigehen)
Kann ich im Tierheim helfen?
Ja. Ehrenamtliche Helfer sind uns immer willkommen und die Arbeit geht nie aus. (Ehrenamt).
Kann ich im Tierheim ein Praktikum machen?
Prinzipiell ja. Bitte eine schriftliche Bewerbung an: Tierschutzverein München, Riemer Straße 270, 81829 München.
Tier gefunden, was tun?
Im Tierheim oder bei der Polizei anrufen. Keine Experimente beim Versuch es einzufangen. Wenn der Hund für die Rettung nicht dankbar ist, sondern vor lauter Angst die Zähne fletscht, ist fachmännische Hilfe angesagt. Wer eine Echse oder seltsame Schildkröte im Englischen Garten findet, der bedenke, dass es auch gefährliche Vertreter dieser Arten gibt.
Tierquälerei beobachtet?
Bitte verständigen Sie unsere Tierschutzinspektoren (Inspektoren) oder die Polizei. Nicht wegschauen, sondern helfen!
Weitere Tierheime in München?
Nein, wir sind das einzige Tierheim in München.
Seit wann gibt es das Tierheim?
Das Müncher Tierheim in der Riemer Straße gibt es seit 1956, den Tierschutzverein München seit 1841. (Chronik)